Willkommen auf der Webseite vom Stasi-Opfer und Autor Jürgen Brand


Ich bin am 20.3 1952 in Magdeburg geboren,wo ich auch aufgewachsen bin.
Die Geschichte begann, als ich 1975 einen Ausreiseantrag im Rathaus in Magdeburg abgab, der aber gleich abgelehnt wurde.
Weil die weiteren 10 Anträge immer wieder abgelehnt wurden, ich bei Vorladungen bedroht wurde,legte ich die Arbeit für die DDR nieder.
Ich schrieb mehr als 20 x an Westdeutsche Ämter,Radio und TV-Sender, um Hilfe.Dieses war laut dem DDR-Strafgesetzbuch, unerlaubte Verbindungsaufnahme zu feindlichen Stellen. Es konnte bis 5 Jahre Gefängnis bedeuten.
Außerdem wurde ich von der Stasi, der Vorbereitung zur Republikflucht verdächtigt. Dabei plante ich gar nichts Illegales.
Einige meiner Bekannten und Kumpels, waren als Stasi-Spitzel(IM) gegen mich tätig.
Was ich natürlich damals nicht wusste (erst 20 Jahre später in den Akten las).Die meisten Namen meiner IM erfuhr ich auch später nicht..
Anfang 1976 musste ich für 20 Monate ins Gefängnis.
Die Hälfte dieser Zeit habe ich im Arrest und in der Einzelhaft verbracht,da ich die Zwangsarbeit und die anderen strengen Verordnungen alle ablehnte.
Ich wollte der DDR keinen Nutzen mehr bringen,weshalb ich 1976 bei Abt.Inneres das niederlegen der Arbeit bekannt gab und auch durchzog. Mein Ziel war, ein Hemmschuh der Sozialistischen
Gemeinschaft zu sein.Das war auch strafbar.Darüber Kotzten die ab.
Wie es ist, mit einem Scheißkübel im Arrest als Klo in der Zelle, durch schreib, lese und kontaktverbot, schlafen auf blankem Holz, nur alle 3 Tage Mittagessen zu kriegen, erzähle ich unter anderem in den 2 Büchern.
Hinzu kamen noch die Verhöre durch die Leute von der Stasi.
Es blieb aber nicht bei 20 Monaten. Nie wusste ich, ob ich die Haft überstehe oder noch eine verlängerte Strafe hinzu bekomme.
Insgesamt musste ich letztendlich 4 Jahre in der DDR aus politischen Gründen im Gefängnis verbringen.
Ich hoffte immer darauf,das ich während der Haft in einen Bus einsteigen kann,um in die Freiheit zu fahren.
1995 bin ich Rehabilitiert wurden(Freispruch im Nachhinein) und somit Verfolgter der Kommunisten,als ehemaliger politischer Gefangener und Stasi-Opfer anerkannt.
Dadurch erhielt ich Haftentschädigung und seit 2007 auch die Opfer-Rente. 
Der GdS 30% psychische Schädigung durch die Haft, wurde mir vom Versorgungsamt Köln ab 2008 bestätigt.
Dadurch gibt es eine Grundrente und eine Entschädigungsrente für mich.Bis Mai 2022 habe ich zusammen 175100€ als Entschädigung bekommen.
Ab dem Jahr 2008 habe ich angefangen Bücher über meine Vergangenheit zu schreiben.
Über die eigentlich schöne Kindheit, die Jugend und über meine schlimme Haftzeit, die von 1976-77 und von 1978-1981 in der DDR stattfand.
6 Bücher habe ich bis jetzt veröffentlicht, Eins davon ins englische Übersetzt..
Durch das schreiben konnte ich die psychische Belastungen und die schlimmen Erinnerungen an die Haftzeit, besser verarbeiten.
Auch kann ich durch die Homepage und Bücher, mehr Leute über die damalige Diktatur informieren.
Allgemein ist das Interesse zur DDR-Vergangenheit nicht hoch. Auch weil viele jungen Leute sich sagen, das Interessiert mich nicht,das ist schon soooo lange her.
Aber eine Aufarbeitung und die Aufklärung ist wichtig. Nicht nur deswegen, das die Enkel erfahren sollten, ob ihre Oma oder der Opa, Stasi-Spitzel waren.
Auch die Angehörigen von Opfern, sollten erfahren wie und warum ihr Verwandter oder die Freunde, ums leben kamen.
Etliche ehemalige DDR-Bürger verzichten auf Akteneinsicht, um nicht zu lesen, das engste Freunde oder Kollegen sie verraten haben oder auch weil sie selbst Spitzel waren.
Aber ein Stasi-Spitzel hat es nicht verdient unerkannt zu bleiben.
Immerhin gab es bis zur Wende Ca.250000-300000(dreihunderttausend) DDR-Bürger, die sich als IM mit Unterschrift verpflichtet haben,ihre Nachbarn, Bekannte, Arbeitskollegen, Kumpels, Freunde, oder sogar die eigenen Familienmitglieder, bei der Stasi zu verraten. Dadurch wurden die Betroffenen Beruflich geschädigt oder sogar mit Gefängnis bestraft.Auch die Kinder und andere Familienangehörige von aufmüpfigen Bürgern, wurden benachteiligt. Solchen IM und ehemalige SED-Bonzen, darf nicht vergeben werden.Sie haben zuviel Leid über die Menschheit gebracht. Viele DDR-Bürger mussten ihr leben lassen, weil solche Leute ihnen rücksichtslos zusetzten.
Die meisten der überlebenen Opfer der früheren Erziehungsheime,Jugendwerkhöfe oder anderen Verwahranstalten,haben bis heute keine ausreichende und zufriedenstellende Rehabilitierung und Entschädigung erhalten.Linke Ex-SED Abgeordnete bekommen heue 10000€ und mehr von den Staat, den sie damals mit allen Mitteln bekämpften.


 




 
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