Über mich

Im Sternzeichen "Fisch",bin ich am 20.3.1952 in Magdeburg geboren.
Mein Vater ist im Juni 1953 nach Westberlin abgehauen und deshalb lernte ich ihn nie kennen.
Im Juli 1953 ist er laut der DDR Behörden, im Berliner Plötzensee ertrunken.
1958 bin ich in die Polytechnische Oberschule Maxim-Gorki eingeschult wurden,die ich bis 1966
besuchte.Meine Kindheit verlief gut und zufrieden in der DDR.Das ich das blaue Halstuch der Jungpioniere
tragen durfte, machte mich stolz.Ich erlebte viele schöne Dinge im Kinderferienlager,auf Klassenfahrten und beim spielen in
den vorhandenen Ruinen aus dem 2.Weltkrieg.Wenn auch das Warenangebot und die Auswahl begrenzt war,Hungern musste keiner damals.
1966 fing ich eine Lehre bei der Deutschen Reichsbahn an. Als 14 Jähriger in einer schmucken blauen Uniform, mit 
Kragenspiegel und Schulterstücke,das fand ich toll.Bis 1970 blieb ich bei der Eisenbahn.
Bis zum 18.Lebensjahr hatte ich kaum Ärger mit der Polizei oder dem Gesetz.Als ich Wählen durfte, strich ich immer die Namen der SED- Kandidaten durch.Aber wem konnte man denn groß Wählen, wenn es nur eine Partei gab?
Zwar gab es noch Parteien anderen Namens,doch alles nur Regierungstreue und Diktaturverbunene Heuchlergemeinschaften.
In einer Demokratie nicht denkbar,aber im Unrechtsstaat DDR normal was dort ablief.
Wir kannten es nicht anders und von allen anderen Sozialistischen Ländern, ging es uns in der DDR noch am besten.
Ab 1971 also mit 19 Jahren, hatte ich das Glück meine erste kleine Wohnung zu bekommen.
Als ich aber 1973 wegen einer Bagatelle für 12 Monate ins Gefängnis musste,da änderte sich mein Leben.
Die militärischen Maßnahmen,Erziehungsmethoden und die harten Haftbedingungen schafften es nicht, aus mir einen anständigen DDR-Bürger zu machen.Sich Unterordnen,dass war nicht meine Sache.Das taten andere dafür zur Genüge.Nach dieser Haftzeit verfestigte sich meine negative Einstellung zur DDR Politik.
Wasser Predigen aber selbst Sekt trinken,das war für mich Heuchelei und Unterdrückung!
Zu viele Verbote und zu wenig Rechte gab es in diesem Land.Ich wollte auch nicht mit der Masse mit schwimmen und
und der Bevormundung anpassen.Weil ich laut der DDR-Verfassung, dass Recht auf  freie Wahl meines Wohnsitzes hatte, beantragte ich im Herbst 1975 die Ausreise aus der DDR.
Von da an, war ich der Zersetzung,Bespitzlung,und Verhöre, der Polizei und Stasi ausgesetzt.
Im Rathaus bei der "Abteilung Inneres" sagte ich nachdem mehrfach meine Anträge abgelehnt wurden,dass ich ab sofort für dieses Land keinen Nutzen mehr bringen will und deshalb die Arbeit niederlege.Dann hatte ich erst recht nichts mehr zum lachen.
Weil ich nicht Kuschte,wurde ich im Januar 1976 verhaftet und zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt.
Einfach so, ohne Probleme knallten die mir die Haft um die Ohren.Schließlich war jeder Kritiker oder Ausreisewilliger ein Staatsfeind.
Kein Anwalt hätte mich da rausgeholt,zumal die meisten derer IM(Informelle Mitarbeiter,Spitzel) für die Stasi waren.
In einem DDR-Gefängnis war es sehr streng.Bei mir kam noch hinzu, dass ich auch in der Haft die Zwangsarbeit,die militärischen Übungen und den Polit-Unterricht verweigerte.Deswegen saß ich die meiste Zeit im strengen Einzel-Arrest und in Absonderung. Ich wollte mit meinem negativen Verhalten die Behörden dazu bewegen, meine Ausreise zu genehmigen.
Wir lassen uns von ihnen nicht erpressen,sagten mir die Stasi-Leute.
In den Westen dürfen sie vielleicht, wenn sie Rentner sind.Das hörte ich nach jedem Verhör.
Ich durfte nicht lesen,nicht schreiben,keine Post empfangen,Kontaktverbot zu anderen Gefangenen,nur alle 3 Tage gab es Mittagessen,Rauchverbot,Frieren,Drohungen,Beleidigungen und Essenentzug. Das waren die Erziehungsmethoden des DDR-Strafvollzugs für mich, wenn ich im Keller des Zuchthauses Torgau im verschärften-Einzelarrest saß.
Aber ich war nicht nur einige Tage oder Wochen im Arrest.
Über 14 Monate saß ich da drinnen in einer dunklen Zelle.Und diesen Leuten die dafür verantwortlich waren, passierte bis heute nichts!! Eher im Gegenteil.Kurz vor der Wiedervereinigung schoben die Bonzen sich noch gegenseitig die besten Posten zu, um so mehr Geld und Vorteile von der BRD zu haben.
Wenn man besser durchgegriffen hätte,wäre so manch ein SED-Parteibonze verdienterweise auf der Straße gelandet.
Weil wir in Deutschland aber einen viel zu Humanen Umgang mit Tätern pflegen,ist dieses nicht passiert.

Nach fast 3 Jahren Klage, schaffte ich es 2010 eine Anerkennung der Gesundheitsschäden wegen der Stasihaft zu bekommen.Die wenigsten Opfer schaffen das, weil viele aufgeben oder die Versorgungsämter die meisten Anträge stets ablehnen.
Das in manchem Versorgungsämter der neuen Bundesländer die mit über Opferentschädigung entscheiden, sitzen sogar Ex-SED-Bonzen.
Eine schriftliche Rehabilitierung die jeder ehemalige politischer 
Gefangener der DDR hat,ist in dem Fall nur eine Antragsberechtigung.

Aber lieber kämpfte ich mich hier durch die Bürokratie,als wie vor der Wende im Osten unschuldig in Haft zu sitzen.
In NRW war ich mit meinem 1.Buch in 5 Zeitungen,aber in Sachsen-Anhalt wo schließlich früher die DDR war,da wollte mich niemand in der Presse haben.
Kein Zufall.
Meine Devise lautet: Wer Kämpft,kann verlieren.Wer nicht Kämpft,hat schon verloren




Meine erste Wohnung

Im Nachbarhaus neben meiner Tante,da wohnte eine ziemlich alte Frau.
Meine Tante half ihr öfters im Haushalt und beim Einkaufen..Dadurch erfuhr meine Mutter, dass diese Frau Haberland
demnächst ins Altersheim will.
Beim Wohnungsamt beantragte deshalb meine Mutter,dass ich in die dann freie Wohnung einziehen darf.
Und es klappte tatsächlich,obwohl man ansonsten als junger
Mensch ohne Kind und Ledig, kaum eine eigene Wohnung in der DDR bekam.
So hatte ich 1971 schon mit 19 Jahren meine erste kleine Wohnung für mich.
Einen Harken hatte die Sache aber,es gab kein Bad,Dusche oder Toilette in der Wohnung.
Das Klo war leider im Keller.Dafür musste ich aus der Wohnung,dann über den halben Hinterhof und dort in den anderen Hauseingang rein.Da befand sich die Kellertür, die ich runtergehen musste um in mein ca.1qm kleines
WC zu kommen.Erst einmal war ich froh überhaupt eine Wohnung zu haben.Aber wenn ich Besuch hatte,dann war es mir peinlich diese zum "Austreten" in den Keller zu schicken.
Anfangs zeigte ich näheren Bekannten und Freunden aus unserer Straße meine Wohnung.
Später nutzten der MfS ( Ministerium für Staatssicherheit) den Umstand, weil ich viel Besuch bekam,um IM( Informelle Mitarbeiter), in meine Wohnung zu schleusen.
Solche  IM waren aber die Kumpel oder Bekannte von mir.Ich hätte nie gedacht ,dass diese
Personen, mich für einen Appel und ein Ei, an die "Stasi" verpfiffen.
Im Vorderhaus Parterre,da wohnte Frau Lange.Sie war eine Rentnerin.
Die Stasi befragte sie, ob sie meine Wohnung beobachten würde.
Sie war einverstanden und sie fühlte sich als Geheimagentin und Kundschafterin gegen die Feinde des Sozialismus.
"Erst 1995 las ich dieses in den Stasi-Akten"
Solche kriminellen Personen wie ich,müssten bestraft werden.Frau Lange konnte vom Stubenfenster aus die Straße und vom Küchenfenster aus meine Wohnungstür beobachten.Sie notierte oft wann ich das Haus verließ und wann und mit wem, ich später zurück kam.Wenn ich diese Frau manchmal am Fenster hocken sah,grüßte sie mich immer freundlich..
Nie hätte ich geglaubt, dass die eine billige Verräterin ist und der Polizei als Helfer zur Verfügung  stand.
Polizeispitzel gab es schon immer und auch wohl in jedem Land.Aber diese vielen Verräter und Spitzel, bestimmt nur in einer Diktatur des Sozialismus.
Was wollten die denn kriminelles von mir erfahren? Was ich über die DDR dachte,das wussten die doch längst.
Mein Ausreiseantrag wurde mit folgenden Worten in der Akte kommentiert : Brand verleumdet unseren Staat,er lässt sich von kapitalistischen Gedankengut beeinflussen,er ist Kriminell,er missachtet unsere Gesetze.Er ist Asozial,Undankbar,hat eine Antisozialistische Einstellung, er beeinflusst andere Leute Negativ..
Eigentlich nur Schwachsinn,schließlich wurde ich später in der Bundesrepublik freigesprochen.Weil die DDR für jeden Bürger den die in den Westen ließen, zwischen 30 000 - 100 000 D - Mark von der BRD bekamen,
wäre meine Gesundheit geschont wurden,wenn meine Ausreise schon Mitte der 70 er Jahre stattgefunden hätte.
Aber die Genossen wollten ja unbedingt zeigen das sie die Hosen an haben,deshalb die weiteren Qualen.
Frau Lange schrieb immer auf, wer mich besuchte,männlich oder weiblich.
Für einen Lob oder etwas Geld machten solche IM alles.Heutzutage will keiner mehr was gemacht haben.
So blöd kann keiner von diesen Spitzel gewesen sein, um nicht zu wissen das man Unrecht tat.
Meine Wohnung wurde in den Stasi-Akten, als Hauptsitz,Quelle und Treffpunkt von kriminellen Supjekten bezeichnet.So naiv wie ich war, achtete ich auf keine Wanzen in der Wohnung oder auf gekaufte Spitzel. Von meinem zweitbesten Freund,seine Mutter war als Stasi-Spitzel gegen mich im Einsatz.
Sie horchte sie ihren Sohn Volker ganz nebenbei gelegentlich aus, wenn er nach Hause kam.
Zum Glück erfuhr sie nichts, was mir Schaden konnte.Diese Frau war sehr ehrgeizig und sie biederte sich laufend ihrem Verbindungsoffizier(Hauptamtlicher Stasi-Beamter) an.Sie war wohl sehr stolz für den DDR-Geheimdienst arbeiten zu dürfen.  
Das viele der Opfer, unter Umständen jahrelang im Zuchthaus sitzen mussten oder die Haft nicht überlebten, darüber machten sich diese Leute keine Gedanken. Also eine Belohnung war ihnen mehr wert, als ein Menschenleben.
Ich erinnere mich noch, als diese Frau Baum bei mir mal klingelte und sagte: Ich möchte Dich besser kennen lernen und ich habe auch was zum trinken mitgebracht. Sie zeígte auf die Bierflaschen in ihrer Einkaufstasche!
Nie dachte ich das sie ein Stasi-Spitzel ist.Zum Glück erzählte ich der Frau nichts was mir schaden konnte.


DDR-Recht und deren Folgen

Was kann es für eine Rechtsauffassung sein, wenn jemand der von diesem System nichts mehr wissen will und nur Ausreisen möchte, für Jahre weggesperrt wird.Ich würde vor Scham in den Boden versinken, wenn ich Leute,Freunde oder Bekannte, an die Behörden verraten oder denunziert hätte.
Fakt ist doch, dass in manchen Fällen auch Kinder ihre Eltern,Eltern ihre Kinder oder ein Ehepartner den anderen an die Stasi verpfiffen hat. Pervers.Während der DDR-Zeit, waren schätzungsweise.500 000 DDR-Bürger als IM tätig.
Zur Zeit der Wende, gab es ca.200 000 IM. Hauptamtliche Stasi-Leute gab es etwa 95 000.
Sicher ist, dass sich die Stasi gegenseitig bespitzelt hat,denn Vertrauen untereinander gab es dort auch nicht.
Die Bespitzelung fing schon im Kindergarten an und ging bis ins Altersheim. Also durch alle Alters und Berufsgruppen.
Wenn im Kindergarten ein Kind gefragt wurde; Na hast du gestern Seepferdchen,Schweinchen Dick oder
Sesamstraße geguckt? Falls ein Kind dann antworte -"ja war wieder schön", dann wusste man gleich,das dort  Westfernsehen geschaut wurde.Das war zwar nicht vom Gesetz her strafbar,aber doch nicht gewollt. Das Westprogramm war für die DDR ein "Feindsender".Diese eigentliche Kleinigkeit reichte aus, das die "Stasi" Akteneintragungen machte und einige Menschen unter Umständen berufliche Schwierigkeiten bekamen.Zumindest stand man schon mal unter genaueren Kontrolle.Leider gab es solch einen Schwachsinn.
Gäbe es Bsp.keine Kindergärtnerinnen,Lehrer,Trainer,Hausmeister und viele andere, die Verräter waren, ja dann hätte der DDR-Geheimdienst nicht so viele Erfolgserlebnisse gehabt.
Bsp.konnte ein Hausmeister einiges von den Tratsch im Treppenhaus gut an seinem Verbindungsoffizier weiter erzählen.Wenn auch nur ein Teil der Wahrheit entsprach oder etwas hinzugedichtet wurde.
Wichtigtuerei und Pluspunkte sammeln hatten Vorrang. Vielleicht kommt daher der Spruch "Aus einer Mücke einen Elefanten machen".Eine Anlaufstelle wo die Bürger ihre bösartigen Unterstellungen oder ihr erlauschtes Wissen loswerden konnten,waren der ABV = Abschnittsbevollmächtigter.Dieser war ein Volkspolizist in grüner Uniform.Meistens ein Offizier ab dem Rang eines Unterleutnants.
In jedem Stadtteil gab es davon mehrere, die ihr Büro in einem Wohnhaus hatten.
Solch ein ABV hatte mehrere Polizei-Helfer,die als Zivilisten eine Armbinde um hatten, wo drauf stand stand "Helfer der Deutschen Volkspolizei"
Wenn Bürger auch sonstige Fragen und Probleme hatten, dann konnten diese VP-Helfer angesprochen werden.
Leider wollten sich viele mit der Behörde,Polizei und anderen Regierungsvertreter gut stellen.Das angeblich so viele DDR-Bürger nicht wussten was sie taten,dieses ist doch bloße Ausrede und Heuchelei.
Ich muss aber zugeben, das ich nicht gedacht habe, das so viele Leute als IM = Informeller Mitarbeiter, gearbeitet haben.
Nach der Wende und durch die Akten, da erfuhr man erst diese hohe Anzahl der Verräter und Denunzianten.
Was geschehen ist,ist geschehen.Das kann man natürlich nicht Rückgängig machen.
Doch das alle die mit dazu beigetragen haben, das die DDR so lange Existierte,die ganzen Spitzel,Folterknechte,
hohe Offiziere,SED-Kader oder andere Täter ungestraft davonkommen,das nennt sich Ungerechtigkeit!!
Für die Angehörigen von den getöteten Opfern ist das mehr als ein Schlag ins Gesicht.Immerhin, wir leben in einer Demokratie.Wenn mir auch manchmal komische Leute schreiben und äußern, ich mache die DDR 
nur schlecht,ich Hetze und vergesse das es hier in der BRD auch viel schlechtes gibt.Ich schreibe hier nur die Wahrheit. Obwohl ich Beweisen kann das ich nicht Lüge,werde ich als Lügner,Krimineller und Miesmacher hingestellt.Meine Akten sagen aber da was ganz anderes.Der Mut zur Wahrheit ist diesen Leuten abhanden gekommen,auch traut sich keiner
ihren Enkeln zu erzählen das man früher nicht gerade ein Held war.
Da ich weiß das ich Recht habe und gewisse Unbelehrbare nicht,deshalb können die mich mal Kreuzweise.
Ich verherrliche doch nicht den Kapitalismus,nur weil ich die Wahrheit hier und in den Büchern, über meine schlimme Gefängniszeit in der DDR schreibe.Seltsam wie so einige Ticken.
Komisch,noch keiner hat mir mal geschrieben "Entschuldigung,ich war auch einer der IM oder SED-Bonze und habe Fehler gemacht".
Dazu ist keiner Bereit! Lieber leugnet man alles und schiebt auch noch die Schuld den Opfern in die Schuhe.
Außer Günther Schabowski, der im Politbüro der Volkskammer der DDR saß,sonst hat so gut wie keiner der Schuldigen seine Fehler zugegeben!
Dafür ist er von seinen Genossen als Verräter betitelt wurden.Also weil er die Wahrheit sagte, dafür ist der Schabowski ein Verräter?? Wir ehemaligen politischen Gefangenen waren angeblich nur Kriminelle Personen, die zurecht im Gefängnis saßen.
Dieser Auffassung sind noch heute die ehemaligen SED-Kader und Handlanger des damaligen Systems.
Warum endlich die Hemmschwelle nicht überwunden wird und die Leute mal Klartext reden? Früher hat doch von den IM und SED-Beamten 
auch keiner Angst gehabt,wenn rücksichtslos Andersdenkende niedergemacht und ins Zuchthaus geworfen wurden!!
Ich will nicht den Eindruck erwecken,das ich nur jammere und alles schlecht machen will.
Aber ich kann aber meine Erfahrungen mit der Justiz in der DDR, nicht schönreden,nur um Ostalgiker zufrieden zu stellen.



Ein undurchsichtiger Fall

Laut der Sterbeurkunde wurde mein Vater an einem Sonntag um 7 Uhr im im Juli aus dem Berliner Plötzensee geborgen.
Aber ca.6 Km von seinem Wohnort entfernt.Aber wer geht denn wohl Nachts los,ertrinkt im See und man findet ihm um 7 Uhr? Mein Vater konnte Schwimmen.Und  Selbstmord kommt nach seiner Flucht auch nicht in Frage.
Laut Unterlagen wurde mein Opa zu der Westberliner Polizei gebeten, um über die Umstände zum Tode seines Sohnes was zu erfahren.Auch um die gefundenen Habseligkeiten zu empfangen.Aber er war nicht dort, weil bestimmt der DDR
Geheimdienst die Vorladung einkassierte.
In den 70 er Jahren erzählte mir mal meine Mutter,dass auf dem Friedhof bei der Beerdigung von meinem Vater Stasileute rumschlichen.Nach der Flucht wurde mein Vater wegen Landesverrat von den Ostbehörden gesucht.Er war mitbeteiligt an den Arbeiteraufstand der am 17.Juni 1953 in vielen DDR-Städten stattfand.Ihm drohte 10 Jahre bis lebenslänglich im Zuchthaus.Nicht selten wurden auch Todesstrafen dafür ausgesprochen, 
weil man gegen die Unterdrückung der Bürger demonstriert hatte.Um dieses zu vermeiden, floh mein Vater aus der DDR.
Wahrscheinlich um zu verhindern, dass von Westberliner Seite aus Kontakt zu meiner Mutter aufgenommen werden konnte, wurde Sie beschattet.Vor der Wende wäre selbst ich, der schlimme Erfahrungen mit der Justiz der DDR gesammelt hat, nie auf den Gedanken gekommen, dass die Stasi auch DDR-Bürger umbringt. Doch in einigen Fällen ist es bewiesen, dass die solche Verbrechen begangen haben.Nicht nur auf Sportler die aus der DDR geflohen waren, sind Mordanschläge durch den
Geheimdienst der DDR durchgeführt wurden.
Aber das will ja heute keiner mehr wissen,geschweige denn Aufklären.Rechtsanwälte waren damals überwiegend Spitzel.
Wer also dachte, seinem Anwalt im Vertrauen was erzählen zu können,der war ein Opfer dieser Spitzel.Schweigepflicht gab es nicht. Und genauso war es bei den Ärzten.Viele haben ihre Patienten angeschwärzt,was später oft in den Stasiakten zu lesen war.
Das solche gemeinen Verräter trotzdem nach der Wende noch praktizieren durften,dass schlägt dem Fass dem Boden aus.
Schätzungsweise bis zu 50 000 BRD-Bürger haben früher als IM für die Stasi geschnüffelt und bei Besuchsreisen in die DDR, ihr Wissen der Stasi für etwas Geld preisgegeben.Die meisten IM-Spitzel etwa 250 000, waren aber DDR-Bürger.
Auf mich kleines Licht,waren damals 8 Spitzel angesetzt.Fast nur Personen, die ich selbst kannte.
Mit den Gemeinheiten hat man sich immer gegenseitig übertroffen.
Heute will keiner was getan haben,wenn man dieses Thema anspricht.Heucheln und abstreiten.



Eine Falle

Im Oktober 1977 sollte mir von der Stasi eine Falle gestellt werden.
Beim Fußballspiel 1.FC - Magdeburg gegen Schalke 04 versuchte ein Kumpel von mir,mich dazu zu überreden, den Kontakt zu Spielern oder Fans aus der BRD aufzunehmen.Mein sogenannter Kumpel, war ein "IM" .Er hatte sich dazu bereiterklärt mir diese Falle zu stellen.Wir gingen damals von unserem Stadtteil aus in Richtung Mitte und dabei redete der zu mir,lass uns beide versuchen in den Westen abzuhauen.Wenn ich dieses vor hätte, dann nur mit richtiger Planung. Wahrscheinlich hätte ich nur mit meinem besten Freund darüber gesprochen.
So spontan und auch auf diese unsichere Art wollte ich nicht den Versuch starten.Schließlich wurde alles kontrolliert,sonst gäbe es tausende DDR Bürger weniger, wenns so einfach wäre.Nein, das ist mir nicht sicher, sagte ich dem.Ich warte lieber auf meine offizielle Ausreisegenehmigung.
Laut Stasiakte berichtete mein Kumpel seinem Verbindungsoffizier dass ich keinen Kontakt im Ernst-Grube-Stadion
zu Westdeutschen Fans will.Der IM bekam trotzdem für den Versuch, von dem Verbindungsoffizier (Hauptamtlicher Stasibeamter) als Belohnung eine Bockwurst mit Brötchen, sowie eine Fußballkarte für das Europapokalspiel im Magdeburger Stadion.
So stand es in meinen Unterlagen, die ich 20 Jahre später erst lesen konnte.
Ich wäre für längere Zeit im Bau gelandet,aber darüber hätten diese Charakterschweine noch gelacht.Zumal ich vor einem Monat gerade aus meiner 20 monatigen Haft aus dem Zuchthaus Torgau gekommen war.
In der Akte steht leider nur der Deckname von dieser Person und nicht sein richtiger Name. Und ich weiß auch nicht mehr, mit wem ich 1977 in der Magdeburger Innenstadt unterwegs war.
Sonst hätte ich den auf jedem Fall mal aufgesucht und möglichst im Beisein seiner Familie ihn zur Rede gestellt.Auf jedem Fall wäre auch sein vollständiger Name in meinem Buch "Hafterlebnisse eines DDR-Bürgers"gelandet.


Spitzel Ulli

Ein anderer Kumpel von mir hieß Ulli Kleinschmidt. Dieser ging zur Polizei und bat darum als Spitzel arbeiten zu dürfen.
So stand es in der Akte,das er sich selbst Angebiedert hat.
Dieser Ulli, mehrfach wegen kriminellen Delikten selbst vorbestraft, behauptete er wüsste über mich und meinem Umfeld etwas zu erzählen.Weil der eine Zeit lang öfters zu mir zu Besuch kam, horchte er, wenn ein anderer mich in meiner Wohnung ebenfalls besuchte. Oder er machte die Ohren auf,wenn  ich mit anderen Bekannten auf  der Straße sprach.Eine pauschale Aussage die von ihm in der Akte steht lautete: Der Jürgen Brand, sowie seine ganzen Kumpels sind alle kriminell und DDR gegenüber Feindlich eingestellt".Das nahmen wohl nicht mal die DDR Behörden ernst, was dieser als Kommentar abgab.Der hatte nichts stichhaltiges gegen mich in der Hand. "Abschaum Kleinschmitt" wollte Vorteile von der Polizei haben, damit er bei seiner nächsten Haftzeit, früher wieder rauskommt.Zur damaligen Zeit Mitte der 70 er Jahre, merkte ich nicht was ich mir für eine Zecke eingefangen hatte.Also ein billiger Polizei-Spitzel.Leider habe ich diesen Typ nach der Wende nie wieder in Magdeburg angetroffen, als ich dort zu Besuch war.Sein Name stand offen in der Stasiakte. Sonst waren die IM meistens nur mit Tarnnamen versehen.
Bei dem Kleinschmidt haben sich die Behörden nicht mal die Mühe gemacht, ihm vor  Aufdeckung zu schützen.Aber andererseits hätte auch niemand gedacht,dass mal die DDR zusammenbricht und viele Opfer solche Gemeinheiten in Kader,Stasi oder Haft-Akten lesen können.Mit Sicherheit hat dieser Mensch,noch mehrere Leute innerhalb und außerhalb des Gefängnisses, der Stasi ans Messer geliefert.
Es gibt auch das Sprichwort,welches lautet: "Der Feind liebt den Verrat,aber niemals den Verräter"
Zu mir hat noch keiner gesagt oder geschrieben   "Jürgen, ich habe damals Mist gebaut,war Spitzel,Entschuldigung dafür"!


Resonanzen:

Das ich auf Mitleid mache und noch Geld mit meinen Bücher raus schlagen will,das schrieb mir mal jemand.
Wie soll das gehen? Ich bekomme grade mal 1,36 € für ein verkauftes Buch.Von viel Geld machen kann also nicht die Rede sein.
Insgesamt verkaufte ich bis März 2017 erst 1100 Bücher!
Die Homepage und die angebotenen Bücher sind dafür da, um von der DDR-Geschichte andere unkundige Bürger darüber Aufzuklären, was damals mit DDR-Bürgern passierte, die sich gegen das Unrecht auflehnten..
Mitleid will ich nicht.Nur Verständnis dafür ,das die Opfer von damals ihre Erlebnisse nicht so einfach wegstecken können und wohl möglich nicht mehr darüber reden oder schreiben.


 

                                                                                                                 
 




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